Heimatverein der Landschaft Angeln zu Gast im Wasserwerk Süderfahrenstedt
Heimatverein der Landschaft Angeln zu Gast im Wasserwerk Süderfahrenstedt
Ein spannender Blick hinter die Kulissen unseres wichtigsten Lebensmittels
In den Sommerferien war der Heimatverein der Landschaft Angeln zu Gast im Wasserwerk des Wasserbeschaffungsverbandes Südangeln. Für die Mitglieder war es eine besondere Gelegenheit, einmal hinter die Kulissen der Trinkwasserversorgung zu schauen und einen Ort kennenzulernen, an dem täglich etwas für uns Selbstverständliches geleistet wird: die sichere Versorgung der Menschen mit sauberem und hochwertigem Trinkwasser.
Denn Wasser ist weit mehr als ein Lebensmittel unter vielen. Es ist die Grundlage allen Lebens und das wohl wichtigste Lebensmittel überhaupt. Wir benötigen es jeden Tag – zum Trinken, Kochen, für die Landwirtschaft und für unzählige weitere Bereiche unseres täglichen Lebens. Dass jederzeit sauberes Trinkwasser aus dem Wasserhahn kommt, ist für uns selbstverständlich. Welche Technik, welches Wissen und welche Verantwortung dahinterstecken, wurde den Gästen beim Besuch eindrucksvoll vermittelt.
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Angeln, Hans Otto Bartsch aus Thumby, lobte das große Interesse der Mitglieder, besondere und für die Region typische Einrichtungen kennenzulernen. Gleichzeitig bedankte er sich beim Wasserbeschaffungsverband Südangeln für die herzliche Gastfreundschaft und den anschließenden Imbiss.
Zu Beginn stellte Verbandsvorsteher Johannes Petersen die Struktur und die umfangreichen Aufgaben des Wasserbeschaffungsverbandes Südangeln vor. Der Verband versorgt in 21 Gemeinden – von Havetoft-Sieverstedt bis Lindaunis – rund 16.500 Menschen mit hochwertigem Trinkwasser. Dafür steht ein Versorgungsnetz von mehr als 800 Kilometern Leitungen zur Verfügung. Darüber hinaus übernimmt der Verband im Auftrag der Kommunen die Unterhaltung von rund 780 Hydranten, die im Brandfall für die Löschwasserversorgung von großer Bedeutung sind.
Besonders interessant war für die Besucher die Erklärung der unterschiedlichen Druckverhältnisse im weitläufigen Verbandsgebiet. Dieses reicht von Höhenlagen um etwa 60 Meter bis hinunter auf Meereshöhe an der Schlei. Im Wasserwerk wird deshalb mit einem Ausgangsdruck von rund 6 bar gearbeitet. Während beispielsweise in höher gelegenen Bereichen noch der notwendige Wasserdruck vorhanden sein muss, darf der Druck in den tiefer gelegenen Gebieten nicht zu hoch werden. Andernfalls könnten Leitungen und technische Anlagen erheblich belastet werden.
Anschließend ging es direkt in die Technik des Wasserwerks. Wassermeister Hartmut Kühl aus Stolk führte gemeinsam mit seinem Kollegen Mark Jessen und dem langjährigen Mitarbeiter des Wasserbeschaffungsverbandes, Uwe Börnsen, die Besucher in mehreren Gruppen durch den Betrieb.
Dabei konnten die Mitglieder des Heimatvereins die technischen Anlagen aus nächster Nähe kennenlernen. Gezeigt wurden unter anderem die acht mit Quarzkies gefüllten Filter, die für die Aufbereitung des Wassers eine wichtige Rolle spielen. Außerdem erhielten die Besucher Einblicke in die Funktion der zwei Hydrophorkessel, die während der Schaltphasen der Pumpen für einen gleichmäßigen Wasserdruck sorgen.
Beeindruckend waren auch die fünf Reinwasserpumpen, die zusammen eine Leistung von bis zu 150 Kubikmetern Wasser pro Stunde erreichen. Hinzu kommen zwei Spülwasserpumpen sowie zwei große geschlossene Reinwasserbehälter aus Stahlbeton mit jeweils 1.300 Kubikmetern Fassungsvermögen.
Für viele Besucher wurde dabei deutlich, welch enorme technische Leistung notwendig ist, damit unser Trinkwasser jederzeit zuverlässig zur Verfügung steht. Hinter jedem geöffneten Wasserhahn steckt ein aufwendiges System aus Wassergewinnung, Aufbereitung, Speicherung, Pumpentechnik und einem weit verzweigten Leitungsnetz.
Beim anschließenden gemeinsamen Imbiss blieb genügend Zeit für Gespräche und Fragen. Wassermeister Hartmut Kühl beantwortete geduldig die zahlreichen Fragen der Gäste und gab dabei auch einen persönlichen Einblick in seine Arbeit.
Seine Worte brachten dabei besonders eindrucksvoll zum Ausdruck, was die tägliche Arbeit im Wasserwerk ausmacht:
„Mir ist das Wasserwerk ans Herz gewachsen. Ich liebe meinen Job.“
Dieser Satz zeigte den Besuchern, dass hinter der modernen Technik nicht nur Anlagen und Maschinen stehen, sondern vor allem Menschen, die mit großem Verantwortungsbewusstsein dafür sorgen, dass eines der wertvollsten Güter überhaupt jederzeit in bester Qualität zur Verfügung steht.
Der Besuch des Heimatvereins der Landschaft Angeln war damit nicht nur eine interessante Führung durch die technischen Anlagen des Wasserwerks, sondern auch eine eindrucksvolle Begegnung mit einem Bereich unserer Region, der für unser tägliches Leben von grundlegender Bedeutung ist: der sicheren Versorgung mit unserem wichtigsten Lebensmittel – dem Wasser.
Johannes Petersen
Bild zur Meldung: Heimatverein der Landschaft Angeln zu Gast im Wasserwerk Süderfahrenstedt